Zech Paul


Geboren: 19. Februar 1881, Briesen

Gestorben: 7. September 1946, Buenos Aires, Argentinien

Bücher: Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund



Zech Paul nachdem er schon um 1930 an den Rand des Literaturbetriebs geraten und nach 1933 als ehemaliger SPD-Sympathisant gänzlich im Abseits gelandet war, teilte Zech nach dem Krieg das Schicksal vieler Exilautoren, denen kein Comeback gelang. Dies gilt zumindest für die alte Bundesrepublik, denn letztlich erfolglos blieben hier die Bemühungen seines Sohnes Rudolf, der in einem eigenen kleinen West-Berliner Verlag von 1947 bis 1960 Werke des Vaters nachdruckte oder aus dem Nachlass neu publizierte. Deutlich besser erging es Zech in der DDR, wo der Greifenverlag im thüringischen Rudolstadt von 1952 bis 1956 und nochmals in den 1980er Jahren Werke nachdruckte und andere postum herausbrachte, weil Zech den Status eines Antifaschisten der er wirklich war und vermeintlichen von den Nationalsozialisten Verfolgten genoss. Eines der ersten von Rudolf Zech 1947 neu aufgelegten Werke war der Villon von 1931. Er fiel um 1950 Klaus Kinski in die Hände, dank dessen eindrucksvollen Rezitationen die Figur Villons in der damaligen   Bundesrepublik bekannt wurde. Auch in Rudolstadt wurde 1952 sofort der Villon gedruckt, allerdings in der abgemilderten Version von 1943. 1962 schließlich kam diese Version, etwas umstrukturiert und vor allem um die Biografie von 1946 erweitert, als dtv-Taschenbuch heraus. Dieses hat es inzwischen Stand: 2009 auf mehr als 320.000 Exemplare in 29 Auflagen gebracht und Zech postum zum Erfolgsautor gemacht wenn auch tragischerweise nicht unter seinem eigenen Namen, sondern unter dem Label „Villon“. Ähnliches gilt für Zechs Rimbaud-Nachdichtung von 1927, die 1963 in der stark überarbeiteten Version von 1944 ebenfalls vom dtv herausgebracht und bis 1996 in mehreren Auflagen nachgedruckt wurde. Immerhin vier Auflagen, davon drei in Rudolstadt, erlebte postum von 1947 bis 1988 Zechs Nachdichtung der gegen 1555 verfassten Sonette von Louise Labé.






Fabrikstraße Tags 

Nichts als Mauern. Ohne Gras und Glas zieht die Straße den gescheckten Gurt der Fassaden.

Keine Bahnspur surrt. Immer glänzt das Pflaster wassernaß. Streift ein Mensch dich,

trifft sein Blick dich kalt bis ins Mark, die harten Schritte haun Feuer aus dem

turmhoch steilen Zaun, noch sein kurzes Atmen wolkt geballt. Keine Zuchthauszelle

klemmt so in Eis das Denken wie dies Gehn zwischen Mauern, die nur sich besehn.

Trägst du Purpur oder Büßerhemd: immer drückt mit riesigem

Gewicht Gottes Bannfluch: uhrenlose Schicht.

Paul Zech

(1881 - 1946), deutscher Schriftsteller und Übersetzer






Aber wenn man schon vor jemanden den Buckel krumm und Stimme sanft macht,

dann muß es etwas sein, das einem Respekt beibringt und einen nicht das Gruseln lehrt...

Paul Zech

(1881 - 1946), deutscher Schriftsteller und Übersetzer






Es ist ein angenehmes Gefühl, auf dem Rücken zu liegen und den leichten,

weißen Wolken nachzueifern mit reiselustigen Gedanken.

Paul Zech

(1881 - 1946), deutscher Schriftsteller und Übersetzer







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