Xenophanes


Geboren:   um 570 v. Chr. in Kolophon, Lonien

Gestorben: 475 v. Chr. in Süditalien



Xenophanes Lehre war schon Platon und Aristoteles recht unklar. Bereits Heraklit hatte über ihn gesagt, dass das Kennenlernen vieler Dinge ihn nicht Verstehen gelehrt habe, und Aristoteles hielt ihn für etwas schlicht. Aus der Antike haben wir sonst kaum Zeugnisse, auch zu seiner Philosophie gibt es nur wenige einzelne Bemerkungen. In der modernen Debatte änderte sich das deutlich, wenn diese auch komplex und kontrovers geführt wurde und teilweise auch noch wird. Die Faszination des Fragmentarischen steigert die Möglichkeit zu kreativer Interpretation mit all ihren Gefahren. Xenophanes schrieb analytisch und satirisch unter anderem über die Vielzahl und Menschenähnlichkeit der griechischen Götter. Er leistete somit Kritik an der Göttervorstellung des Homer und Hesiod und wurde daher auch von Albert Regenfelder als Anti-Homer im Gewand des homerischen Sängers bezeichnet. Ihm zufolge schufen nicht die Götter die Menschen, sondern die Menschen die Götter Wenn die Pferde Götter hätten, sähen sie wie Pferde aus, ein religionssoziologischer Ansatz Anthropomorphismus. In seinem philosophischen Hauptwerk Über die Natur vertritt er einen Monotheismus, dessen Gott ewig, einheitlich, unbeweglich und von vollkommener Gestalt ist, wobei das Pantheon der ursprünglich und vorhomerisch durchaus lokalen Gottheiten erhalten bleibt.






Niemals lebte ein Mensch noch wird ein solcher je leben,

Der von den Göttern und allem, wovon ich rede, Gewisses Wüsste,

und spräche sogar das Vollkommenste jemand darüber, Weiß er es selbst doch nicht,

nur Raten ist alles und Meinung.

Xenophanes

(um 580 - 480 v. Chr.), griechischer Philosoph und Dichter






Nicht gleich anfangs zeigten die Götter den Sterblichen alles,

Sondern sie finden das Bessere suchend im Laufe der Zeiten.

Xenophanes

(um 580 - 480 v. Chr.), griechischer Philosoph und Dichter






Hätten die Rinder und Rosse und Löwen Hände wie Menschen,

Könnten sie malen wie diese und Werke der Kunst sich erschaffen,

Alsdann malten die Rosse gleich Rossen, gleich Rindern die Rinder Auch

die Bilder der Götter und je nach dem eigenen Ausseh'n Würden

die leibliche Form sie ihrer Götter gestalten.

Xenophanes

(um 580 - 480 v. Chr.), griechischer Philosoph und Dichter







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