Wagner Ernst


Geboren: 2. Februar 1769, Roßdorf

Gestorben: 25. Februar 1812, Meiningen

Bücher: Die Praxis der Herbertianer, mehr...



Wagner Ernst verbrachte Kindheit und Jugend in Roßdorf und dem nahen Fambach. Hier verfasste er 1784 und 1785 seine ersten Gedichte. 1788 lernte er in Fambach Friedrich Mosengeil kennen, mit dem dann eine lebenslange Freundschaft bestand. Anschließend studierte Ernst Wagner von 1788 bis 1792 Jura an der Universität in Jena. Zurück in seiner Heimat war er von 1793 bis 1803 beim Freiherrn von Wechmar in Roßdorf Privatsekretär und Gutsaufseher. Er heiratete 1793 die aus Neuchâtel stammende Elisabethe Bergeon † 1818, Gouvernante bei seinem Gutsherrn. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, darunter der später bekannte Landschaftsmaler Carl Wagner 1796–1867. Sein Vetter war der Berliner Arzt und Ehrenbürger Ernst Ludwig Heim. 1801 machte Wagner in Meiningen die Bekanntschaft mit Jean Paul, der von 1801 bis 1803 in der Residenzstadt lebte. Bei Jean Paul holte er sich Anregungen und Kritiken für seine bisher recht erfolglosen Versuche als Dichter und Schriftsteller. Beide blieben dann bis zum Wagners Ableben in engen Kontakt. 1802 berief Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen Ernst Wagner als Kabinettssekretär nach Meiningen. Da der Herzog 1803 überraschend starb, war beim Amtsantritt Wagners 1804 nun Bernhard II. neuer Herzog. In der Residenz übernahm Wagner weiterhin die Aufsicht über die herzogliche Bibliothek und war Dramaturg und Regisseur am Laientheater. Am Hof traf er Friedrich Mosengeil wieder, der als Erzieher des noch minderjährigen Herzogs nach Meiningen berufen wurde. Beide vertieften ihre alte Freundschaft und arbeiteten literarisch eng zusammen.  Ab 1805 hielt sich Ernst Wagner wegen seines seit 1802 bestehenden Rückenmarkleidens mehrmals zur Kur in Bad Liebenstein auf. Ebenfalls 1805 erschien sein erster erfolgreicher Roman Wilibalds Ansichten des Lebens. In den nächsten Jahren schuf er weitere Prosabände und wurde zu einem viel gelesenen Romanschriftsteller seiner Zeit. 1812 starb Ernst Wagner infolge seiner schweren Krankheit. Friedrich Mosengeil gab 1827 die gesammelten Werke von Ernst Wagner in 12 Bänden heraus.






Das Gewissen ist die leise, aber ewig untrügliche Stimme

jenes himmlischen Führers im Menschen, den ihm die barmherzige Gottheit

für seine kleine Erdenwallfahrt mitgab. Es ist unser einziger wahrer irdischer Gott.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Das Schöne ist und bleibt himmlisches Glück.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Jede Gefahr erkennt einen königlichen Gebieter an: er heißt Mut.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Gieb der Eifersucht auf einen einzigen Moment Gehör, und du wirst im Nu ihr Sklave,

der nun an den Ketten eines Herzens auf ewig schäumen und rasen muß,

der seine Blicke zu Giftmischern und seine eigenen Gedanken zu seinen Folterknechten macht.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Verzage nicht, wenn das Leben stürmt.

Aus dem Verworrenen geht Schönheit und Ordnung hervor.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Was ist es, das manche Seele so mutig macht?

Was gibt ihr einen so himmlisch leichten Sinn bei jedem bevorstehenden Ungemach,

worüber andere sich ängstigen? Was schafft ihr jenen ewigen Umfluß von Ruhe

bei allen hereinbrechenden Stürmen des Lebens, der immer nur das Erbteil

weniger Auserwählter ist? Was macht sie so kummerleer und fröhlich,

wie eine reizende Au in der Frühlingszeit? Es ist die Unschuld.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Die Hitze des Lebens blendet unseren Geist, wie die Sonnenglut

eines heißen Tages das Auge. Erst am kühlen Abend schaut die Seele

in den Tiefen der still heraufziehenden Nacht die ewig brennende Kerze

der Unvergänglichkeit, gleich einem freundlichen Stern, der im Abgrunde der Finsternis leuchtet.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller






Das ist ein göttlicher Mann, welchen nichts besiegt,

als das Schöne und Göttliche, dessen Knie nichts beugt als die Andacht.

Ernst Wagner

(1769 - 1812), deutscher Romanschriftsteller







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