Telmann Konrad


Geboren: 26. November 1854, Stettin, Polen

Gestorben: 24. Januar 1897, Rom, Italien

Bücher: Unter Den Dolomiten, Bohémíens



Telmann Konrad zählte zu den Schriftstellern des deutschen Naturalismus. In seinem umfangreichen Werk diskutiert er soziale, politische, ethische, religiöse Streitfragen seiner Zeit von entschieden modernem Standpunkt aus. In seinen leidenschaftlichen, mitreißend geschriebenen Darstellungen dominiert dabei nicht selten der sozialreformerische Impetus über die künstlerische Ausgestaltung. Einige seiner Romane führten zu öffentlichen Protesten, insbesondere die katholizismuskritische Darstellung in Unter den Dolomiten wurde von kirchlichen Behörden verfolgt und führte zum Verbot einer kirchlichen Beerdigung. Als Romancier schrieb Telman in 24 Jahren 69 Werke in 93 Bänden. Seine Romane und Novellen, von denen einige erst postum erschienen, sind noch heute lesenswerte Zeitdokumente. Hermann Sudermann bezeichnete Telmann als Märtyrer des Lebens. Aus seiner Heimat Pommern bezog er viele Anregungen für seine Romane und Novellen. Bei seiner Urnenbestattung sagte ihm Bjørnstjerne Bjørnson nach: Deutschland verliert in diesem Dichter ein großes Herz und einen der edelsten Vorkämpfer für Freiheit und Licht. Telmans Leben hat viele Parallelen zu dem von Ferdinand Gregorovius.






Die Feder in der Hand ist auch ein Schwert, das wir zu des Vaterlandes Ehre

und zu unsres Volkes Wohlfahrt ziehen.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






Es gibt nichts, was das Menschenherz nicht imstande ist, zu verschmerzen,

und sei es auch sein holdester und reinster Glückstraum.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






Es ist ein schöner, glücklicher Traum, der vom ewigen Frieden,

aber vielleicht wird immer Krieg in der Welt sein müssen, damit wir begreifen lernen,

welchen Wert und Inhalt das Leben haben soll.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






Starke Seelen ertragen auch das Trostlose ungebeugten Mutes.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






Wie selten, daß im Druck und Drang des Lebens ein Menschenherz

dem andern sich erschließt, der tiefste Born geheimnisvollen Webens

in gottgeweihter Stunde überfließt! Denn was wir Heiligstes im Innern tragen,

wie Wenigen gönnen wir's mit banger Scheu, wir kennen ja den Spott auf unsre Klagen,

Gleichmut und Selbstsucht, die sich ewig treu. So bergen neidisch wir,

was echt uns eigen, und überschau'n wir, was das Leben gab,

ein Wandern war's in Einsamkeit und Schweigen, und unser Bestes deckt mit uns das Grab!

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






In der Zaubermacht der Familie, die man nirgends so wiederfindet,

beruht die Hauptstärke Deutschlands.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter






Das halte fest bei hellem Sonnenschein ist's leichte Kunst,

getrosten Muts zu sein, doch ob ein Menschenherz ist stark und groß,

das zeigt sich erst bei einem schweren Los.

Konrad Telmann

(1854 - 1897), eigentlich Konrad Zitelmann, deutscher Dichter







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