Schlatter Adolf


Geboren: 16. August 1852, St. Gallen, Schweiz

Gestorben: 19. Mai 1938, Tübingen

Bücher: The Theology of the Apostles, mehr...



Schlatter Adolf studierte ab 1871 zunächst in Basel Evangelische Theologie. Hier durchlebte er eine vor allem durch die Beschäftigung mit Spinoza ausgelöste krisenhafte Zeit des Suchens, aber auch wesentliche Erkenntnisse durch die Vorlesungen im Fach Philosophie durch Karl Steffensen 1816–1888, der ihn darauf stieß, dass alle Gedanken auch die „reine Vernunft“ Produkte ihrer Geschichte seien. Seine Tübinger Semester 1873–1874 standen unter dem Eindruck von Johann Tobias Beck, dessen Verbindung von persönlich existentiellem Glauben und wissenschaftlicher Forschung bei Schlatter einen so tiefen Eindruck hinterließ, dass er sich später als „Nachfolger Becks“ beschreiben konnte. Sein Examen legte er 1875 in Basel mit der Bestnote ab. Einem kurzen Pfarrvikariat in Kilchberg 1875 folgte ein Diakonat in Neumünster/Zürichsee 1875–1876, dessen prägendstes Ereignis die intensive Beschäftigung mit dem katholischen Systematiker und Philosophen Franz von Baader war.  Zu der Zeit, in der er in Kesswil ein Pfarramt innehielt 1877–1880, heiratete er Susanna Schoop. Seine Ehe war ausgesprochen glücklich. Das Ehepaar bekam fünf Kinder. Die Publikation eines Aufsatzes über die Christologie der Bergpredigt 1879 machte die Evangelische Gesellschaft Bern auf den Kesswiler Pfarrer aufmerksam. Sie suchte gerade einen „positiv“ also nicht theologisch liberal gesinnten Kandidaten für eine Lehrtätigkeit an der Berner theologischen Fakultät. Aufgrund ihrer Anfrage habilitierte sich Schlatter an der Universität Bern in nur vier Wochen mit einem 200 Druckseiten starken Werk über Johannes den Täufer.






Man kann die Heilige Schrift nicht lesen wie die tägliche Zeitung.

Sie ist wie ein Bergwerk. Man muß mühsam in ihre Schächte hinabsteigen,

um ihre Goldader anzuschlagen.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Binsenwahrheiten: Die eine Hälfte führte vor einigen Jahrhunderten

auf den Scheiterhaufen, die andre besteht aus Unwahrheiten,

die aus Bequemlichkeit für wahr gelten.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Durch Jesus wird man in die Gemeinde Gottes eingegliedert,

und es gibt keinen Eingang in die ewige Kirche als durch ihn. Dem,

der durch die Tür geht, verheißt Jesus Rettung, in die Hürde

reichen Tod und Verderben nicht hinein, hier ist Sicherheit.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Buße tun und Bekehrung ist nicht nur Gebot für Nichtchristen,

sondern zuerst Pflicht der Christenheit.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Es ist besser, ich bete einen Rachepsalm,

als einen gottlosen Haß in meinem Herzen zu tragen.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Im Umgang mit vielen Menschen verwechselt man oft,

was man selbst innerlich besitzt und was man von anderen entlehnt.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Wenn die Menschen leidenschaftlich werden, schreien und toben,

zu den Waffen greifen, Gewalt üben, Gericht halten und töten,

dann übertönt ihr Lärm leicht die Erinnerung an Gott.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Was mit einem Stücklein Selbstvergessen geschenkt wird,

trägt seinen inneren Schimmer ins andere Herz.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Es ist eine sichere Erfahrung, daß das Gebet,

das sich mit uns selbst beschäftigt, verdorrt.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Wer vor Gott gebunden ist, ist frei geworden.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Unser Urteil erzeugt nur dann nicht Wahn, wenn wir zuerst das Wahrnehmen

keusch und entschlossen vollzogen haben.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Aus der uns gegebenen Lage entsteht unsere Pflicht.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Wir können das Böse nur dadurch lassen, daß wir das Gute tun.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen






Der entschlossene Verzicht auf die Lüge verschafft uns ein wirksame Waffe

gegen alle Verzweigungen des Bösen, weil die Lüge der Bosheit unentbehrlich ist.

Adolf Schlatter

(1852 - 1938), Schweizer evangelischer Theologe und Professor in Bern und Tübingen







Seite 1 von 1