Ratzel Friedrich


Geboren: 30. August 1844, Karlsruhe

Gestorben: 9. August 1904, Landkreis Ammerland

Ausbildung: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Felder: Geographie, Ethnographie

Bücher: History of Mankind, mehr...



Ratzel Friedrich gilt als Begründer der Anthropogeographie und der Politischen Geographie. Er betrat mit seiner Anthropogeographie, welche das menschliche Wesen in die geographischen Überlegungen einbezieht, bis dahin unentdecktes Neuland. Die Beschreibung der Wechselwirkungen zwischen Erde, Natur und Mensch sah Ratzel als zentrale Aufgabe der neugeschaffenen Disziplin. Dadurch erhoffte er sich das Verständnis größerer Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten. Als einer der wichtigsten Wegbereiter der Geopolitik in Deutschland orientierte sich Ratzel stark an der Evolutionstheorie Charles Darwins und dem Sozialdarwinismus. Für die Beschreibung der Entwicklung von Staaten lehnte er sich an biologistische Begrifflichkeiten an, den Staat verglich Ratzel mit einem biologischen Organismus. Wachstum und Schrumpfen von Staaten erklärte er mit dem Gesetz der wachsenden Räume und verknüpfte es mit Darwins Kampf ums Dasein. Kriege waren für ihn das rasch verlaufende Experiment, das über die Zukunft der Völker und ihre Rolle in der Geschichte entschied. Diese Ideen von Ratzel, die später von zahlreichen Geographen weiterentwickelt und von Karl Haushofer instrumentalisiert wurden, gelten als wichtiger Impuls für die Lebensraum Ideologie im Nationalsozialismus.






Der Mensch darf sich nicht länger als eine Ausnahme von den Naturgesetzen betrachten,

sondern fange endlich an, das Gesetzmäßige in seinen eigenen Handlungen

und Gedanken aufzusuchen und strebe, sein Leben den Naturgesetzen gemäß zu führen.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Elementare Ideen haben eine unwiderstehliche Expansionskraft.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Wissenschaft genügt nicht, um die Sprache der Natur zu verstehen.

Für viele Menschen sind Poesie und Kunst verständliche Dolmetscher.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Die äußere Natur ist es in erster Linie, an welcher sich der menschliche Geist erzieht.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Deutschland kann nur als Seemacht die Führung der europäischen Kontinentalmächte

erwerben und behalten, die ihm durch seine Lage und Stärke zugehört

und die uns als Friedensbürgschaft notwendig ist.

Nur seemächtig werden die kontinentalen Staaten als Ganzes

den im Osten und Westen sich bildenden Weltreichen gewachsen sein.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Es gehört zu den Merkmalen des Kulturmenschen,

daß er an den Druck der Gesetze sich gewöhnt. Anders der Naturmensch,

der nichts schwerer empfindet als Gesetze.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Wie viele Erfindungen des Menschen in den langen Jahrtausenden verloren gegangen sein,

welche der Herausbildung des Geltungstriebes vorausgingen! Sehen wir doch

noch heute so manche Erfindung mit ihrem Träger in Vergessenheit geraten!

Und wer ermißt die schwere Masse der Trägheit, des zähen Widerstandes,

die der Neuschöpfung von Ideen sich entgegenstellt.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Die Entwicklung der Kultur ist ein Schätzesammeln. Und die Schätze,

die sie anhäuft, wachsen von selbst, sobald erhaltene Kräfte über sie wachen.

Auf allen Gebieten menschlichen Schaffens und Wirkens werden wir im Zusammenschlusse

den Grund jeglicher höheren Entwicklung sich legen sehen.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Das Wachstum der Kultur beruht auf einem Weitergeben der Arbeit

von einem Volk an ein anderes, auf einer Verpflanzung von einem Boden auf den anderen.

Der geschichtliche Wert eines Volkes liegt daher zu einem großen Teile in dem,

was es anderen zu geben im Stande ist.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert






Das letzte Ziel eines ernsten Krieges ist bei Naturvölkern nicht die Besiegung,

sondern die Ausrottung des Gegners. Kann man nicht die Männer erreichen,

so wirft man sich auf Weiber und Kinder. Zum Morde gesellt sich Raub,

um ein Kriegselend zu schaffen, wie es die zivilisierten Völker kaum erdenken können.

Friedrich Ratzel

(1844 - 1904), deutscher Geograf, hat v. a. die Anthropogeografie gefördert







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