Ragaz Leonhard


Geboren: 28. Juli 1868, Tamins, Schweiz

Gestorben: 6. Dezember 1945, Zürich, Schweiz

Bücher: Die Bergpredigt Jesu, mehr...



Ragaz Leonhard übernahm 1893 eine Stelle als Sprach und Religionslehrer in Chur und wurde dort 1895 zum Stadtpfarrer gewählt, 1902 wechselte er an das Basler Münster. Hier entstand sein erstes Buch, der ethische Entwurf Du sollst! In Basel vollzog sich, u.a. durch Lektüre der Werke von Hermann Kutter, die für sein weiteres Leben entscheidende Annäherung an die Arbeiterbewegung. Als 1903 die Bauarbeiter in einen Streik traten, sagte Ragaz in seiner berühmten Maurerstreikpredigt auf der Münsterkanzel: „Wenn das offizielle Christentum kalt und verständnislos dem Werden einer neuen Welt zuschauen wollte, die doch aus dem Herzen des Evangeliums hervorgegangen ist, dann wäre das Salz der Erde faul geworden!“ Seit 1906 sammelten Kutter und er Gleichgesinnte zu jährlichen religiös-sozialen Konferenzen. Dazu gab Ragaz ab 1906 mit Benedikt Hartmann 1873–1955 und Rudolf Liechtenhan 1875–1947 die Zeitschrift Neue Wege. Blätter für die religiöse Arbeit heraus. 1908 folgte der Ruf an die Theologische Fakultät der Universität Zürich als Professor für Systematische und Praktische Theologie. Hier trat er 1912 der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz bei. Im Ersten Weltkrieg durch den europaweit ausbrechenden Nationalismus erschüttert, setzte er sich für die internationale Zusammenarbeit der Sozialdemokratie ein und half, die Zimmerwalder Konferenz 1915 vorzubereiten. Während des Schweizer Generalstreiks 1918 stand Ragaz auf der Seite der Arbeiter. Als die Soldaten mit ihren Stahlhelmen und aufgepflanzten Bajonetten die Universität bewachten, erhob er Protest: Diese Stätte müsse nur deshalb geschützt werden, weil sie dem Volk Steine statt Brot gegeben habe. Im Alter von 53 Jahren trat Ragaz von seinem Lehrstuhl zurück, da es ihm unmöglich geworden sei, Pfarrer für eine verbürgerlichte Kirche auszubilden. Er zog mit seiner Familie ins Arbeiterquartier Zürich Aussersihl und widmete sich dort bis zu seinem Tod 1945 der Arbeiterbildung und der von ihm mitbegründeten Zeitschrift Neue Wege, vor allem aber dem Einsatz für den Weltfrieden im Internationalen Versöhnungsbund. 1935 trat er aus der Sozialdemokratischen Partei aus, als diese auf dem Luzerner Parteitag den Antimilitarismus aufgab.






Nimm einmal das ganze Pack, das dich drückt, auseinander,

sieh es dir näher an, was erblickst du dabei? Daß 90% desselben eingebildete Gewichte sind.

Nicht das »Schicksal« ist unerträglich, sondern der Stein, den wir darauf wälzen.

Nicht die Sachen, sondern die Gedanken und Worte, die wir darüber machen.

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz






Nicht: Wie geht es uns wie geht es Gott?

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz






Wir befinden uns schon innerhalb der Wahrheit, wenn wir nach ihr fragen.

Könnten wir das, wenn wir nicht schon von ihr berührt wären?

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz






Es werden Zeiten kommen, die tapfere Herzen brauchen,

es werden Kämpfe kommen, worin nur Menschen bestehen können,

die die Furcht losgeworden sind.

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz






Echte große Reue redet nicht gern.

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz






Der Geist der Gewalt ist so stark geworden,

weil die Gewalt des Geistes so schwach geworden ist.

Leonhard Ragaz

(1868 - 1945), ref. Schweizer Theologe, Mitbegründer des religiösen Sozialismus in der Schweiz







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