Pfleiderer Otto


Geboren: 1. September 1839, Baden-Württemberg

Gestorben: 28. Juli 1908, Berlin

Ausbildung: Eberhard Karls Universität Tübingen

Bücher:   Religion and historic faiths, mehr...



Pfleiderer Otto nach seinem Besuch des Seminars in Blaubeuren studierte Pfleiderer von 1857 bis 1861 Theologie und Philosophie an der Universität Tübingen. Hier wurden unter anderem Ferdinand Christian Baur und Johann Tobias Beck seine Lehrer. Danach war er in Eningen bei Reutlingen als Vikar tätig und absolvierte eine Studienreise durch Norddeutschland, außerdem in England und Schottland. 1864 wurde er Repetent am Tübinger Stift und habilitierte sich dort 1865 als Privatdozent. Nach einem kurzen Intermezzo 1868 als Stadtpfarrer in Heilbronn, wurde er 1870 als Oberpfarrer und Superintendent nach Jena berufen. Im Wintersemester 1870/71 wurde er ordentlicher Professor für Praktische Theologie an der Universität Jena. Damit verbunden war er Universitätsprediger, sowie Direktor des homiletischen und katechetischen Seminars. Außerdem hatte man ihn zum Kirchenrat ernannt und er war im Wintersemester 1874 Rektor der Alma Mater. 1874 wurde er gegen den Willen der Theologischen Fakultät vom preußischen Kultusminister Adalbert Falk zum Professor für Exegese und praktische Theologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität) ernannt. Bereits im Wintersemester 1875/76 konnte er auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie wechseln. Dort wurde er 1894 ebenfalls Rektor der Hochschule und lehrte bis unmittelbar vor seinem Tod.






Da die Selbsterhaltung nur Pflicht ist als Mittel für sittliche Leistungen,

so findet sich ihre Grenze an der Pflicht der eigenen Aufopferung

im Dienste höherer sittlicher Zwecke.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Der soziale Beruf der Frauen liegt vorzugsweise im Familienleben.

Soweit sie aber nicht in der Lage sind, diesen Beruf, sei es als Hausfrau

oder dienendes Familienmitglied zu erfüllen, haben sie die Pflicht,

auf irgend einen, ihrem Talent entsprechenden Arbeitsgebiet berufsmäßig zu dienen.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Als Voraussetzung alles berufsmäßigen Wirkens ist die Ehre

ein unveräußerliches persönliches Gut, das keiner dem anderen durch Lästerung

oder liebloses Richten rauben, jeder für sich selbst erstreben und erhalten soll.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Wenn der Freiheit der Wissenschaft von irgend einer Seite her Gefahr drohen könnte,

so wäre es nur von Seiten derer, die unter ihrer Flagge falsche Contrebande

einschmuggeln möchten, von Seiten der Dilettanten, die einzelne Sätze oder Theorien

einer Wissenschaft angreifen, ohne deren Zusammenhang zu verstehen.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Das richtige Dienstverhältnis ist da, wo die Dienstboten als solche Hausgenossen

im weiteren Sinn betrachtet werden und sich selber fühlen, die an der Familie

ihren nicht bloß äußeren, sondern auch moralischen Halt und Stützpunkt haben.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Bloße Neigungsehe, den Vernunftgründen zuwider, ist gewagter als bloße Vernunftehe

ohne ausgesprochene Neigung, vorausgesetzt, daß keine Abneigung

und wenigstens Achtung vorhanden sei, unsittlich ist aber eine Verehelichung

mit innerer Abneigung aus bloßen äußeren Gründen.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Die Schätzung der intellektuellen Bildung bloß um der Praxis willen,

ist banausischer Utilitarismus.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Das Bauerntum ist der Träger der substantiellen Sitte und Denkart,

seßhafter Heimatsliebe, soliden Familiengefühls und unreflektierter Autoritätsgläubigkeit.

Es bildet das stabilste Element der Gesellschaft, den Hemmschuh

abstrakt nivellierender Politik und die Garantie stetiger Entwicklung des Staates.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Die Tugend als individuell züngelnde ist Besonnenheit, als individuell bildende Weisheit,

als sozial züngelnde Gerechtigkeit und als sozial bildende Liebe.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Die Kunst dient in ihrer normalen Ausrüstung als vorzügliches sittliches Bildungs

und Erziehungsmittel der Gesellschaft, indem sie nicht bloß die äußeren Sitten veredelt,

sondern durch den Geschmack am Schönen das Gemüt empfänglich macht für die Liebe zum Guten.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Gewissen: das bessere Wissen.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Es hat sich tausendmal erwiesen, daß Erotik allein ein Verhältnis

zwischen Mann und Frau nicht zu tragen vermag: dennoch probieren sie's immer wieder.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie






Wichtiger als polizeiliche Beschränkungen ist die von der Gesellschaft

selber zu bewirkende Herstellung und Erhaltung einer tonangebenden Presse.

Otto Pfleiderer

(1839 - 1908), deutscher Professor für Theologie







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