Ostwald Wilhelm


Geboren: 2. September 1853, Riga, Lettland

Gestorben: 4. April 1932, Großbothen, Sachsen

Ausbildung: Universität Tartu, Estland

Bücher: Natural philosophy, mehr...



Ostwald Wilhelm wirkte ab 1882 als Professor für Chemie und Ordinarius am Polytechnikum Riga. 1883 und 1887 unternahm er Studienreisen durch das deutschsprachige Mitteleuropa. Im Jahre 1884 begegneten sich Svante Arrhenius und Wilhelm Ostwald in Stockholm zum ersten Mal und begründeten ihre lebenslange Freundschaft. Noch während der zweiten Reise berief der sächsische Kultusminister 1887 Ostwald auf den Lehrstuhl für physikalische Chemie an der Universität Leipzig. 1898 konnte er sein neues Physikalisch-chemisches Institut einweihen. 1901 erwarb er ein Grundstück mit einem Sommerhaus in Großbothen. Im gleichen Jahr kündigte Ostwald eine Vorlesung zur Naturphilosophie an. Die Veranstaltung musste wegen des großen Zuspruchs in das Auditorium Maximum der Leipziger Universität verlegt werden. 1904 folgte er einer Einladung zum Kongress für Wissenschaft und Kunst nach St. Louis USA in die Sektion Philosophie. Im Jahre 1905 spitzten sich zwischen Ostwald und der philosophischen Fakultät einige bereits länger andauernde Konflikte zu. Ostwald reichte daraufhin sein Entlassungsgesuch ein. Vom Herbst 1905 bis zum Sommer 1906 hielt er an der Harvard University, am MIT und an der Columbia-University in New York Vorlesungen zur physikalischen Chemie und zur Naturphilosophie. Nach seiner Rückkehr wurde Ostwald 1906 emeritiert und verlegte seinen Wohnsitz in das Haus „Energie“ nach Großbothen, um nun als „freier Forscher“ zu arbeiten. Ab 1912 nutzte der Sohn Wolfgang Ostwald das „Waldhaus“ im Großbothener Grundstück als Sommerwohnung. Im Jahre 1913 gründete Ostwald seinen eigenen Verlag UNESMA. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren die internationalen Verbindungen unterbrochen und seine Aktivitäten kamen weitgehend zum Erliegen. Vor allem deshalb wandte er sich Farbstudien zu. Im Jahre 1914 wurde das Haus Glückauf für die Familie des Sohnes Walter Ostwald errichtet. 1916 entstand ein Laborgebäude, das man später als Werk bezeichnete. Erst 1927 erfolgte der Anschluss aller Gebäude an die örtliche Elektroenergieversorgung. Die Selbstbiographie Lebenslinien von Ostwald erschien 1926 und 1927. Wilhelm Ostwald starb 1932 in einem Leipziger Krankenhaus. Seine Urne ist im Steinbruch des Landsitzes Energie, seit 2009 Wilhelm-Ostwald-Park in Großbothen beigesetzt.






Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist überhaupt gar nichts.

Wilhelm Ostwald

(1853 - 1932), deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph






Das Denken ist auch eine Wirklichkeit,

sogar eine der wichtigsten im Menschenleben.

Wilhelm Ostwald

(1853 - 1932), deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph






Dennoch wächst zu aller Frist Wissenschaft auf Erden,

Denn der Götter Schicksal ist, Abgebaut zu werden.

Wilhelm Ostwald

(1853 - 1932), deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph






Aller Fortschritt ist bisher durch solche Einzelmenschen bewirkt worden,

denn die Menge ohne den ausgezeichneten Führer ist immer konservativ,

sie leistet das äußerste, was sie kann, wenn sie die einmal erreichte Kulturhöhe einhält.

Auch diese Leistung geht nicht selten über ihre Kräfte, denn Erscheinungen

des Verfalls an Gruppen aller Art, von Zünften bis zu Völkern,

lassen sich zu allen Zeiten beobachten.

Wilhelm Ostwald

(1853 - 1932), deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph






Es gibt nichts Sinnloseres und Ermüdenderes als die Betrachtung von Dingen,

an die man keine Fragen zu stellen hat.

Wilhelm Ostwald

(1853 - 1932), deutsch-baltischer Chemiker und Philosoph







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