Ortlepp Ernst


Geboren: 1. August 1800, Droyßig

Gestorben: 14. Juni 1864, Landesschule Pforta, Naumburg

Ausbildung: Landesschule Pforta

Bücher: Dramatische Werke: 7, mehr...



Ortlepp Ernst ging in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts abermals nach Leipzig, wo er sich einen Ruf als politisch engagierter Dichter erarbeiten konnte. Zu seinen wichtigsten Werken gehörten die Polenlieder. In jener Zeit machte er auch Bekanntschaft mit Richard Wagner Johann Wolfgang von Goethe lernte er wenige Jahre zuvor kennen. Ortlepps kritische Zeilen in Fieschi veranlassten Metternich, dieses Gedicht verbieten zu lassen. 1836 fiel Ortlepp endgültig in Ungnade und musste der Stadt den Rücken kehren. Im Zeitraum zwischen 1837 und 1853 hielt er sich in Württemberg auf. Damals lebte er vor allem von seiner Tätigkeit als Verleger und Übersetzer. 1840 erschien seine komplette Übersetzung der Sonette Shakespeares, in der er allerdings Anleihen bei den Übersetzungen Karl Richters und Gottlob Regis macht. Im Revolutionsjahr 1848 versuchte er mit seinem Werk Germania eine Art deutsches Nationalgedicht zu schaffen. Seit 1853 wohnte der mittlerweile verarmte Ortlepp wieder in seiner alten Heimat. Nach dem gescheiterten Versuch, 1856 Lehrer an einer höheren Schule zu werden, rutschte er noch tiefer ins soziale Abseits. Er kam nun wiederholt mit der Justiz in Konflikt und musste 1858 und 1861 zwei Gefängnisstrafen in Zeitz absitzen. Sein dichterisches Schaffen wurde dadurch aber nicht beendet. Es erschienen im betreffenden Zeitraum weiterhin zahlreiche Gedichte Ortlepps im Naumburger Kreisblatt. In den letzten Jahren vor seinem Tod hielt er sich oft an seiner alten Schule auf, wo er mit einigen Schülern befreundet war. Zu diesen gehörte Friedrich Nietzsche, den Ortlepp nach der Meinung des Nietzscheforschers Hermann Josef Schmidt durch mutmaßliches päderastisches Verhalten wie auch durch seine aggressive Blasphemie geprägt haben soll. Der Schriftsteller Joachim Köhler übernahm die Entdeckungen Hermann Josef Schmidts in seine Nietzsche-Biographie.






Zur Geburtstagsfeier 

Feierlich empfangen wir die Sonne, Mit der Freude herzlichem Gesang,

Wo des jungen Lebens Frühlingswonne Einst auf deine Wiege niedersank:

Sieh! wir bringen mit gerührtem Herzen Dir, o Vater! diese Blumen dar. Winde, Vater!

unter frohen Scherzen Sie dir lächelnd in das Silberhaar!  Denn der Gute,

der des Schönen Pflanze Früh schon in dem reinen Busen nährt, Welcher

nach der Tugend heil’gem Kranze Ringt er ist der Freudenthräne werth.

Ernst Ortlepp

1800 - 1864), deutscher Dichter des Vormärz






Jedes Gedicht ist auf seine Art und Weise ein Kuß.

Aber nur mit Küssen zeugt man keine Kinder.

Ernst Ortlepp

1800 - 1864), deutscher Dichter des Vormärz






Wer bist du, nachtumhülltes Wesen, Das schreitet mit Gigantenschritt?

Das blüh'n läßt und dort verwesen, Despotisch herrscht, wohin es tritt?

Noch nimmer hab ich dich geschauet Von Angesicht zu Angesicht.

Kalt scheinst du, gleich des Eises Masse, So theilst du Schwarzes, Frohes aus,

Machst, daß ein Teufel lach' und prasse, Ein Gottmensch wein' im Höllengraus,

Gleichgültig scheinst du, doch wer siehet, Ob du uns gern zu Boden drückst?

Ob deine Brust nicht liebend glühet, Wenn du auch noch so finster blickst.

Ernst Ortlepp

1800 - 1864), deutscher Dichter des Vormärz






Und wenn ich keine Lust mehr hab' Für Tanz und Wein und Kuß,

Möcht' ich lieber gleich ins Grab, Wo ich hin einmal doch muß.

Ernst Ortlepp

1800 - 1864), deutscher Dichter des Vormärz







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