Nizâm Ul-Mulk


Geboren: 10. April 1018, Tūs, Iran

Ermordet: 14. Oktober 1092, Nehāwand, Iran

Bücher: Siyasatnama, Traité de gouvernement, mehr...

Gegründete Organisationen: Nizāmīya, mehr...



Nizâm Ul-Mulk wurde in der kleinen Ortschaft Radkan bei Ṭūs in Chorasan geboren. Seine Familie gehörte dem dort ansässigen persischen Landadel an, den Dehqānān. Über seine Jugend ist nur wenig bekannt, unter anderem, dass sein Vater den Ghaznawiden als Finanzbeamter diente. Als die Seldschuken im Jahre 1040 Chorasan eroberten, floh Niẓām al-Mulks Vater nach Ghazna, wo Niẓām al-Mulk wahrscheinlich Arbeit innerhalb des Regierungsapparates erhielt. Um das Jahr 1043 trat er dann in die Dienste der Seldschuken, woraufhin ihn Alp Arslan 1063 zum Wesir mit dem Ehrentitel „Niẓām al-Mulk“ („Ordnung des Reiches“ bzw. „Verwalter/Wesir des Reiches“) ernannte. Infolge Niẓām al-Mulks kluger Politik erlebte das Seldschukenreich eine wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Blütezeit. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass Niẓām al-Mulk in Städten wie Bagdad, Amul, Isfahan, Nischapur, Mossul, Basra und Herat Medresen gründete, an die er die größten Gelehrten seiner Zeit berief. Von diesen nach ihm als Niẓāmīya bezeichneten Schulen war diejenige von Bagdad die bedeutendste. Außerdem verfasste Niẓām al-Mulk ein wichtiges Werk namens Siyāsat-nāma (das „Buch der Staatskunst“), in welchem er anhand beispielhafter Geschichten und Anekdoten seine Auffassung darlegt, wie man ein Reich richtig regiert und verwaltet. Das Buch gilt zusammen mit dem Qābūs-nāma als Prototyp der literarischen Gattung des Fürstenspiegels und soll sogar spätere europäische Publikationen wie Machiavellis Il Principe beeinflusst haben.






Gute und schlechte Worte sind gleich Pfeilen, wenn auch einige danebengehen,

einer trifft schließlich doch das Ziel.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Das Reich des Herrschers und der Gottesdienst sind wie zwei Brüder:

Sooft das Reich erschüttert wird, kommen auch in den Gottesdienst Mängel,

Kirchenfeinde und Unheilstifter kommen zum Vorschein. Und sooft der Gottesdienst

mangelhaft wird, geht es im Reiche drunter und drüber.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Heil und Verderb von Herrscher und Reich hängen am Kanzler.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Wenn ein Untertan wirtschaftlich zurückgeblieben ist und Vieh und Saatgut braucht,

soll man ihm Geld vorschießen und ihn unbelastet lassen, damit er auf seiner Scholle

bleibe und nicht aus seiner Heimat weg in die Fremde wandere.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Das Reich dauert schließlich noch mit Unglauben,

aber nicht mit Ungerechtigkeit.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Vom Teufel kommt das hastige Treiben,

doch vom Erbarmer das Geduldigbleiben.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Was auch Frauen sagen mögen, man muß das Gegenteil davon tun,

damit das Richtige herauskomme.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Brotgewähren ist der Gipfelpunkt aller Menschlichkeit und der Kern aller Freigebigkeit.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Es zeugt von Geistesschwäche, in den Geschäften keinen Rat einzuholen.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Sanftmut ist gut, aber Sichdurchsetzen zuweilen besser.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Wem, wenn er in Aufwallung gerät, die Leidenschaft der Seele den Verstand überwältigt,

dem verschleiert der Zorn das Auge des Verstandes.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane






Man schreibt viele Briefe vom Hofe. Aber alles, was viel wird, verliert an Ansehen.

Solange nichts Wichtiges vorliegt, soll nichts Schriftliches vom hohen Rat ausgehen.

Nizâm Ul-Mulk

(1018 - 1092 erdolcht), persischer Großwesir der Seldschukken-Sultane







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