Nirvanas Pavlos


Geboren: 1866, Mariupol, Ukraine

Gestorben: 28. November 1937, Athen, Griechenland

Bücher: Vérité et mensonge

Filme: Das Mädchen Astero



Nirvanas Pavlos beschäftigte sich mit fast allen Genres der Literatur: er schrieb Erzählungen, Dramen, Gedichte, Essays, Kritiken, Romane, Satiren und zeitgeschichtliche Texte, außerdem trat er als Übersetzer in Erscheinung. Den ersten Gedichtband veröffentlichte er 1884. Von literaturhistorischer Bedeutung sind im Werk Nirvanas' jedoch weniger die Gedichte, sondern die Fülle des Werks an sich und bestimmte einzelne Werke, etwa die Sprachliche Autobiographie aus dem Jahr 1905, in der Nirvanas Stellung zum griechischen Sprachstreit bezieht. In Ich Erzählung beschreibt er den Werdegang eines jungen Mannes, der immer mehr der Faszination der Hochsprache erliegt und zum extrem attikisierenden Gelehrten aufsteigt. Auch wenn seine gelehrten Reden nur von wenigen verstanden werden, so wird er doch ob seiner Ausdrucksfähigkeiten bewundert. Erst die Begegnung mit einigen schönen Mädchen aus dem Volk lassen ihn an seinem sprachlichen Weltbild zweifeln, denn statt, ὄμματα, ὦτα und χεῖρες im Deutschen etwa: Häupter, Antlitze, Gesichtserker… sieht er im Geiste plötzlich nur noch ihre zarten μύτες, μάτια, αυτιά und χέρια ganz „natürliche“ Nasen, Augen, Ohren und Hände und wendet sich in der Folge vom Wahn der Hochsprache ab.






Es ist die nutzloseste Sache der Welt, wenn jemand einen Rat erteilt,

um den ein Verliebter gebeten hat.






Die größte Weisheit ist, wenn man es schafft, sein Schicksal zu verbessern.






Das, was ihr Leben nennt, ist nichts anderes als ein Spiegelbild des Lebens.

Nur die Götter sind unsterblich, sogar wenn sie sterben. Denn die Götter altern nicht.

Man sagt, Aphrodite und Artemis starben. Aber wer kann beweisen, daß, um zu sterben,

sie erst alt werden mußten. Habt ihr jemals ein Bildnis der Aphodite gesehen,

welches aussah wie eure Großmutter? Sogar die neuen Maler malen sie unverändert wie die alten.

Ich bin sicher, daß die Götter nicht sterben. Sie verschwinden einfach aus unserem Bewußtsein,

um wiederzukommen, wer weiß wann, wie die Kometen.






Die Zivilisation ist ein närrisch weiser Regisseur, der darauf besteht,

auf eine Bühne immer kristallene Vasen und frisch gepflückte Blumenzu stellen,

wo in Kürze Mänaden tanzen werden.






Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb.

Tot ist nur der, der vergreist, weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat.

Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.






Wenn der Krämer will, daß sein Kind studieren soll, ist es sein Traum,

es eines Tages zu hören und es nicht zu verstehen.







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