Kaibara Ekiken


Geboren: 17. Dezember 1630, Fukuoka, Präfektur Fukuoka

Gestorben: 5. Oktober 1714, Provinz Hizen

Bücher: Onna Daigaku, mehr...



Kaibara Ekiken war von jungen Jahren an ein wissensdurstiger Mensch, der viel las, zugleich aber großen Wert auf eigene Beobachtung und Erfahrung legte. So führte er, nachdem er 1688 die Erlaubnis des Landesherren erhalten hatte, über zwei Jahrzehnte lang Feldstudien durch, bevor er 1709 die monumentalen „Aufzeichnungen zur Natur und Geschichte des Landes Chikuzen“ Chikuzen no kuni zoku fudoki publizierte. Seine gleichzeitig betriebenen botanischen Studien erbrachten Gartenbücher wie die „Blumen-Tafel“ und die „Gemüse-Tafel“. Die 1798 veröffentlichten „Heilmittel Japans“  Yamato  gelten heute als zweites Hauptwerk, mit dem die Emanzipation der japanischen Kräuterkunde von der chinesischen Dominanz große Fortschritte machte.  Ein weiterer Schwerpunkt seiner schriftstellerischen Tätigkeiten war die Abfassung leicht verständlicher Werke, durch die er konfuzianische Prinzipien im japanischen Alltag zu verankern suchte. Besonders die „Hohe Schule der Frau“ Onna daigaku, in der er die Stellung, die Pflichten und Rechte der Frauen detailliert ausbreitete, übte einen starken Einfluss auf das spätere Schrifttum aus. In der „Anleitung zur japanischen Art für Kinder“ Wazoku dōji kun verlangte er, dass man den Spieltrieb der Kinder akzeptiere und betonte u.a. die Wichtigkeit mathematischer Studien.






Ein Mann gibt leicht eine Million Kupferstücke für die Aussteuer seiner Tochter aus,

aber nicht leicht hunderttausend für die Erziehung. So ist es!






Hast du etwas übel getan und wird es getadelt, so bestreite es nicht,

trachte statt dessen, deinen Fehler nicht zu wiederholen!






Bete nicht ohne äußere Ehrfurcht! Erfüllst du getreulich deine irdische Pflicht,

so werden die Götter dich beschützen, auch ohne Gebet.






Es genügt, an Leib und Gewändern rein und geziemend zu erscheinen.

Lege nur das an, was deiner Bescheidenheit entspricht!






Niemals rede von dem Nächsten Übles! Hörst du selbst von einem

andern Übles reden, so verbirg es in deinem Herzen.






Niemals soll die Frau ihr Herz der Eifersucht hingeben.

Neigt der Mann zu leichten Sitten, so soll sie ihn ermahnen,

aber immer ohne Aufregung oder Klage.






Eine Frau muß den Himmel in ihrem Gatten sehen.

Durch Entgegenarbeiten soll sie sich nicht dem Zorn des Himmels aussetzen.






Eine Frau hat den Schwiegervater und die Schwiegermutter noch höher

zu halten als die eigenen Eltern. Ihr Herz muß sich für sie in Kindesliebe verzehren.






Nicht nur gegen die Fremden, auch gegen den eigenen Gatten

und gegen die Brüder soll eine Frau Distanz wahren.






Bei jeder Frau ist Adel des Herzens wichtiger als äußere Schönheit.







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