Hanslick Eduard


Geboren: 11. September 1825, Prag, Tschechien

Gestorben: 6. August 1904, Baden, Österreich

Ausbildung: Karls-Universität

Bücher: Vom Musikalisch-Schonen, mehr...



Hanslick Eduard äußerte sich in seiner Autobiografie entsetzt über das damalige Niveau des Wiener Konzert und Theaterlebens das stark auf die späteren Kriegsgegner Frankreich und Italien ausgerichtet war. Er begann regelmäßig Kritiken zu schreiben, ab 1846 für die Wiener Musikzeitung, ab 1848 für die Wiener Zeitung, 1853–1864 für die Presse und 1864–1901 für die Neue Freie Presse. Sein bekanntestes Werk Vom Musikalisch-Schönen erschien 1854 und wurde als Habilitation anerkannt. Es war sofort ein großer Erfolg, erlebte in den folgenden Jahren Neuauflagen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. In seiner Schrift bezog er zu der in den 1840er Jahren vorherrschenden Gefühlsästhetik eine Gegenposition. Daraus erklärt sich die berühmteste Aussage dieser Schrift, wonach der Inhalt der Musik aus „tönend bewegten Formen“ bestehe. Mit dieser Parallelsetzung von Inhalt und Form nahm er einen Gedankengang aus Hegels Phänomenologie des Geistes auf. Dass er das „Ausdrücken“ dem „Darstellen“ vorzog und erklärte, damit sei die Doppelung zwischen Darstellung und Dargestelltem überwunden, rückt Hanslick in die Nähe der Einfühlungstheorie. Gegner, so Franz Brendel in einer Rezension in der Neuen Zeitschrift für Musik, hielten ihm vor, dass über die von ihm bestrittene Möglichkeit einer objektiv verstehbaren Programmmusik erst eine künftige Musikwissenschaft entscheiden könne. Dies mag dadurch zu erklären sein, dass Hanslick die Auswirkungen seines wichtigsten musiktheoretischen Anstoßes auf die Musikwissenschaft nicht übersehen konnte, der in der Einführung des musikalischen Gedankens in die musiktheoretischen Betrachtungen bestand. Danach besteht Musik aus musikalischen Gedanken, die weitergedacht, verändert und mit anderen Gedanken verbunden werden können. Ein musikalisches Kunstwerk ist nach Eduard Hanslick ein komplexes musikalisches Gedankengebäude. Diese musiktheoretische Konzeption ist allem Anschein nach nicht oder nur minimal von der Musikwissenschaft aufgenommen worden, so dass Hanslicks Skepsis über den Fortgang der musikwissenschaftlichen Forschung allzu berechtigt erscheint.






Eine gehobene Stimmung darf nie zum überwältigenden Affekt werden,

weil sonst die klare Besinnung nicht mehr die gleiche Wichtigkeit behauptet mit der Begeisterung.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Nicht die Sprachgelehrten, aber die Nationen bilden sich ihre Sprache

nach ihrem Charakter und ändern sich vervollkommnend immer fort.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Es gibt keine Kunst, welche so bald und so viele Formen verbraucht wie die Musik.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Die Kunst geht zum Sinnlichen aus und webt darin.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Eine rein ästhetische Wirkung wendet sich an die volle Gesundheit des Nervenlebens

und zählt auf kein krankhaftes Mehr oder Weniger desselben.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Die Phantasie ist gegenüber dem Schönen nicht bloß ein Schauen,

sondern ein Schauen mit Verstand, das ist Vorstellen und Urteilen,

letzteres natürlich mit solcher Schnelligkeit, daß die einzelnen Vorgänge

uns gar nicht zum Bewußtsein kommen.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Nur solche Musik wird vollen künstlerischen Genuß bieten, welche das geistige Nachfolgen,

das ganz eigentlich ein Nachdenken der Phantasie genannt werden könnte, hervorruft und lohnt.

Ohne geistige Tätigkeit gibt es überhaupt keinen ästhetischen Genuß.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker






Ohne innere Wärme ist nichts Großes noch Schönes im Leben vollbracht worden.

Eduard Hanslick

(1825 - 1904), österreichischer Musikschriftsteller und Musikkritiker







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