Epimenides


Geboren: Kreta, Griechenland

Gestorben: Kreta, Griechenland



Epimenides gehörte dem enthusiastischen Kult des Zeus und der Kureten an, mit dem auf Kreta eine geheime Priesterweisheit verbunden war. Er soll auch einst in der Diktäischen Höhle bei Knossós geschlafen und erst nach 57 Jahren wieder aufgewacht sein. Sein Rat war selbst von Staaten begehrt. Er veranlasste Veränderungen in den heiligen Gebräuchen der Athener und führte Einfachheit und Mäßigung in Athen ein, auch soll er der Erfinder des Pflugs gewesen sein. Als Lohn soll er sich einen Zweig des heiligen Ölbaums auf der Burg erbeten haben. Der Altar des „unbekannten Gottes“ in Athen, den der Apostel Paulus Jahrhunderte später in seiner Rede auf dem Areopag erwähnte, wurde auf die Initiative von Epimenides hin aufgestellt. Die Spartaner sollen ihn in einem Krieg mit Knossós gefangen genommen und, weil er ihnen nur Unheil weissagte, hingerichtet und in Argos beerdigt haben. Epimenides sei auch oft wiedergeboren worden, und ihm wurde ebenso ein sagenhaftes Alter nachgesagt, die Angaben reichen von 150 bis 299 Jahren. Man schreibt ihm mehrere Gedichte und prosaische Schriften zu, von denen einige Orakelsprüche und Sühnlieder vielleicht wirklich von ihm herrühren. Es ist nicht sicher, ob die ihm zugeschriebene Dichtung wirklich von ihm verfasst oder nur unter seinem Namen veröffentlicht wurde. Erhalten sind einige Fragmente seiner Aussagen und Schriften aus den Werken anderer antiker Schriftsteller wie Aelian, Pausanias, Plutarch oder Philodem.






Für den Menschen und für jedes Ding ist das Heute nicht Gestern.

Auf den Liebesschwur von gestern folgt heute der Fluch des Hasses,

nicht aus freien Stücken, gewiß nicht, aber es mußte so kommen.

Möchte sich der helle Glanz der goldenen Jugend freiwillig in das düstere Dunkel

des glanzlosen Alters verwandeln? Es ist furchtbar, daß wir, Söhne der Zeit,

aus ihr gebildet und gewoben, so eingeschlossen und so tief versenkt in das Geheimnis der Zeit,

dastehen, furchtbar, wie über uns allen und über allem, was wir haben,

sehen und tun, geschrieben steht: Ruhe nicht, verharre nicht, vorwärts, deinem Schicksal entgegen.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Im Gedränge hier auf Erden Kann nicht jeder, was er will, Was nicht ist,

es kann noch werden, Hüte dich und bleibe still.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Wer Gefahr und Tod nicht scheut, Ist Herr der Erde, Herr der Geister,

Was auch sich gegensetzt und dräut, Er bleibt zuletzt allein der Meister.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Im Gedränge hier auf Erden Kann nicht jeder was er will, Was nicht ist,

es kann noch werden, Hüte dich und bleibe still.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Pfeiler, Säulen kann man brechen, Aber nicht ein freies Herz.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Wie man es wendet und wie man es nimmt, Alles geschieht, was die Götter bestimmt!

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Wo der Mensch verzweifelt, lebt kein Gott.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta






Alle Kreter sind Lügner.

Epimenides

(Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr.), griechischer Priester und Seher aus Kreta







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