Eisler Rudolf


Geboren: 7. Januar 1873, Wien, Österreich

Gestorben: 14. Dezember 1926, Wien, Österreich

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Eisler Rudolf durch das Familienvermögen konnte sich dem Studium der Philosophie in Leipzig, Prag und Wien widmen. Eisler wurde 1894 mit einer Dissertation zum Thema Die Weiterbildung der Kant’schen Aprioritätslehre bis zur Gegenwart. Ein Beitrag zur Geschichte der Erkenntnistheorie promoviert. In seinen philosophischen Arbeiten wurde er von Immanuel Kant und Wilhelm Wundt beeinflusst. Im sogenannten Idealrealismus versuchte er eine Synthese von Realismus und Idealismus. Er unterstützte den psychophysischen Parallelismus von Wundt. Im Wien der Jahrhundertwende hatte Rudolf Eisler keine Möglichkeiten, eine Professur an der Universität zu bekommen, da er jüdischer Herkunft war und zudem einen demonstrativen Atheismus lebte, somit war Rudolf Eisler ein schwieriges Leben als Privatgelehrter vorbestimmt. Da das Familienunternehmen in Schwierigkeiten geraten war, war Eisler zeitlebens auf Zuwendung seines Bruders Armand angewiesen. 1907 gründete er mit Rosa Mayreder, Max Adler, Rudolf Goldscheid, Ludo Hartmann, Karl Renner, Wilhelm Jerusalem, Josef Redlich und Michael Hainisch die Soziologische Gesellschaft in Wien. Darüber hinaus gab er die Philosophisch-soziologischen Jahrbücher heraus und betätigte sich als Redakteur der Wissenschaftlichen Volksbibliothek.






Die von einer Generation gesammelten Erfahrungen sind im Allgemeinen für die folgende nutzlos,

darum hat es keinen Zweck, geschichtliche Beweise als Ereignisse anzuführen.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






In einem kleinen Vorrat an Redewendungen und Gemeinplätzen,

die wir in der Jugend erlernten, besitzen wir alles Nötige,

um ohne die ermüdende Notwendigkeit, denken zu müssen, durchs Leben zu gehen.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Wissen wir sicher, ob die genialen Ideen der großen Männer ausschließlich ihr eigenes Werk sind?

Zweifellos sind sie stets Schöpfungen einzelner Geister, aber die unzähligen Körnchen,

die den Boden für den Keim dieser Ideen bilden, hat die Massenseele sie nicht erzeugt?

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Der entsetzliche Unsinn des Mythos von einem Gotte,

der sich für den Ungehorsam eines seiner Geschöpfe durch furchtbare Martern

an seinem Sohne rächt, ist viele Jahrhunderte nicht bemerkt worden.

Die größten Geister wie Galilei, Newton, Leibniz haben auch nicht einen Augenblick

darüber nachgedacht, daß die Wahrheit solcher Legenden bezweifelt werden könnte.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Die Menge wird sich immer denen zuwenden, die ihr von absoluten Wahrheiten erzählen,

und wird die anderen verachten.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Die großen geschichtlichen Ereignisse wurden oft von unbekannten Gläubigen verwirklichst,

die nichts als ihren Glauben besaßen.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Dem Menschen einen Glauben schenken, heißt seine Kraft verzehnfachen.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Welches Blatt wäre heute reich genug, seinen Redakteuren eigene Meinungen gestatten zu können,

und welches Gewicht könnten diese Meinungen bei Lesern haben,

die nur unterrichtet oder unterhalten werden wollen und die hinter jeder Empfehlung eine Spekulation wittern?

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Das Erlauern der Meinung ist heute die hauptsächliche Sorge der Presse und der Regierungen.

Welche Wirkung ein Ereignis, ein Gesetzentwurf, eine Rede hat, das ist‘s, was sie stets wissen müssen,

und das ist nicht so leicht, denn nichts ist wandelbarer und schillernder als das

Denken der Massen und nichts ist häufiger, als dass sie eben dasselbe,

was sie den Tag vorher bejubelten, morgen mit dem Anathema belegen.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler






Begriffe sind der Niederschlag von Einsichten in das Constante, Allgemeine, Charakteristische,

Typische einer Gruppe von Objecten, die Concentrierung und Fixierung

des in einer Reihe von Urteilen Gedachten. Sie enthalten das „Wesen“ einer Klasse von Objecten.

Dieses „Wesen“ ist aber nicht etwa das „Ding an sich“, sondern das,

was dem Denkenden als logisch wichtig, bedeutsam erscheint,

und das hängt sehr vom Standpunkt und von der Individualität des Denkenden ab.

Rudolf Eisler

(1873 - 1926), österreichischer Philosoph und Vater von Hanns Eisler







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