Ehrmann Marianne


Geboren: 25. November 1755, Rapperswil SG, Schweiz

Gestorben: 14. August 1795, Stuttgart

Bücher: Philosophie eines Weibs, mehr...



Ehrmann Marianne konnte nach ihrer Ehescheidung nicht mehr zu ihren Verwandten flüchten. Eine zweite Ehe war auch nicht in Sicht, also gab es nur eine Alternative für die geschiedene Marianne Ehrmann: um 1780 schloss sie sich in Wien Wanderschauspielern unter dem Bühnennamen Madame von Sternheim, der einem Roman von Sophie von La Roche entlehnt ist, an. Das war die einzige Möglichkeit um die materielle und ideelle Unabhängigkeit zu bewahren, denn durch ihre temperamentvolle und direkte Art fand sie keine Anstellung als Haushälterin oder Erzieherin. Allerdings erfuhr sie auch, dass eine Schauspielerin nicht gebührend geachtet wird. Sie erhielt dadurch eine demütigende gesellschaftliche Stellung und warnte später in einem ihrer Romane vor diesem Berufsstand. Doch Marianne Ehrmann hatte Glück. Nach vier Jahren Umherziehen gelang ihr nach ihrem Debüt als Schriftstellerin der Absprung. 1783 trennte sie sich in Straßburg von der Schauspieltruppe um nach dem Erfolg der Philosophie eines Weibes als Schriftstellerin tätig zu sein. Zu dieser Zeit arbeitete Theophil Friedrich Ehrmann, promovierter Jurist in Straßburg als Rezensent für politische und literarische Zeitschriften. Der sieben Jahre jüngere Theophil Friedrich Ehrmann verliebte sich in Marianne Ehrmann und wollte sie heiraten. Seine Familie, aus wohlhabendem Bürgertum, war jedoch gegen die Beziehung mit einer älteren, mittellosen und geschiedenen Frau. Um 1785-86 wurde ihre Ehe heimlich in Deutschland geschlossen. Marianne Ehrmann wurde zunächst auf dem Land vor seiner Familie versteckt. Danach musste sie in seiner Stadtwohnung bleiben. Theophil Ehrmann blieb hingegen bei seinen Eltern wohnen. In dieser Zeit entstanden die ersten Veröffentlichungen von Marianne Ehrmann. Nach großen Streitereien versöhnte er sich dennoch mit seinen Eltern.






Für den neugierigen Frager weiß ich kein besseres Gegenmittel,

als ihn wieder mit Fragen zu überhäufen.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Es giebt Menschen, die ein übertriebenes Ehrengefühl besizzen,

und sich dadurch das Leben zur Hölle machen. Dieses Gefühl ist nicht wirkliche Ehre,

es ist mehr überspannte Narrheit, heimlicher Hochmuth.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Das, was die Menschen gewöhnlich Liebe heißen, ist nicht Liebe,

sondern das Werk ihrer Sinnen, oder der Wiederhall ihrer Eigenliebe.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Feinheit der Gedanken und Leichtigkeit des Ausdruks sic zeichneten von jeher die Schriften

der Frauenzimmer aus, welche sich zu Selbstdenkerinnen emporgeschwungen hatten.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Alle Herzen sind zu fühlen geschaffen, und alle Vergnügungen scheinen gemacht zu seyn,

der Seele Liebe einzuflößen.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Man muß zu erst Denkerinn seyn, ehe man Beobachterinn werden kann.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Leichtsinn ist nun einmal der Hauptzug in dem Karakter so vieler Männer.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Ein elendes Ding ist … ein Frauenzimmer ohne System gegen die Liebe gegen die Männer.

Hat sie noch dazu das Unglück, Reitze und Gefühl zu besitzen,

Stoff genug, daß sie jede Gattung von Schmetterlingen,

die nur der Schönheit und ihrem Genuß nachflattern, immer auf dem Fuß verfolgt.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Im Gemählde der Welt ist der männliche Ernst Schatten gegen den weiblichen Witz, der so oft Licht verbreitet.

Darauf war ich weniger bedacht als auf den Wunsch, daß nur einige wenigstens aus dem guten Rath,

den gemeiniglich die Erfahrung eines dritten zu geben pflegt, … diese Wahrheit liebgewinnen möchten:

daß sie nie Friede in ihrem Herzen, nie Beruhigung in ihren Begierden finden werden,

wenn sie je die Hallen des Leichtsinns betreten.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin






Von allen Leidenschaften ist Liebe die allgemein herrschende, und ich darf beinahe sagen,

daß sie die einzige ist, der ehrliche Leute frohnen, denn man wird den ehrlichsten Mann,

das ehrlichste Weib verliebt sehen. Und der Sieg über sie ist nur dem Mißtrauen

in sich selbst, und der Flucht gewähret.

Marianne Ehrmann

(1755 - 1795), geb. Marianne Brentano, deutsch-schweizerische Schauspielerin, Schriftstellerin, Journalistin und Verlegerin







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