Egidy Moritz


Geboren: 29. August 1847, Mainz, Rheinland-Pfalz

Gestorben: 29. Dezember 1898, Potsdam, Brandenburg



Egidy Moritz wurde im Kadettenkorps in Potsdam und Berlin erzogen und 1865 Sekondeleutnant im Infanterie-Regiment der Preußischen Armee, mit dem er 1866 den Deutschen Krieg mitmachte. 1868 trat er aus Familienrücksichten in die Sächsische Armee über. 1875 wurde er Rittmeister, 1884 Major im 1. Husaren-Regiment König Albert, 1887 Oberstleutnant im Grenadier-Regiment Kaiser Wilhelm, König von Preußen, 1889 Oberst und im Herbst 1890 verabschiedet. Von 1891 bis 1897 wohnte Egidy in Berlin. Dort wurde auch eine Straße in der Wohnungsbaugenossenschaft Freie Scholle in Tegel nach ihm benannt.  Großes Aufsehen erregte seine im Oktober 1890 in Leipzig erschienene Schrift Ernste Gedanken, in der er gegenüber dogmatischer Verengung und Verknöcherung der evangelischen Kirche den undogmatischen Charakter des Christentums als der Religion der Liebe betonte und mit großem Ernst zu einer religiösen Neubelebung aufforderte. Das Werk war gleichzeitig ein Aufruf zu einem reformierten einigen Christentum. Das Werk wurde in fünf Monaten in 50.000 Exemplaren verbreitet. Seine sozialethischen Gedanken machten ihn bekannt und drängten ihn in eine Vorreiterrolle, auch in verschiedenen politischen Lagern. In Folge seiner Veröffentlichung endete seine vorgezeichnete militärische Karriere, er wurde aus dem Dienst entlassen und stand bis zu seinem Tode unter der Beobachtung der Geheimpolizei.






Göttlich denken, menschlich handeln.

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






Andacht, Sammlung heißt Rückblick, Rückblick auf unser vergangenes Leben,

Anfragen bei sich selbst: War ich so, wie ich sein mußte? War ich so, wie ich sein sollte?

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






Nur wer den Liebesfunken in sich zur hellen Flamme entfacht, der erwärmt, der erleuchtet.

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






Ist der Mensch zwar ›böse von Jugend an, so ist er doch ebenso auch gut von Jugend

an und es kommt in der Hauptsache nur darauf an, welchen von beiden Menschen

man zuerst anfaßt und bearbeitet. In der Kindheit hat man noch die Verfügung

über beide, nachher wird es schwerer.






Nur in der reinen Luft eigenen Denkens, eigenen Empfindens,

eigenen Urteils atmet man den frischen Hauch geistiger Selbständigkeit.

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






Recht hat er, aber. Der Abers gibt es dann endlose, ihnen allen stelle

ich indes das eine große aber entgegen: aber oben gibt es kein Aber,

dort gibt es nur Wahrheit, wohl dem, der sich ihr hier schon angeschlossen."

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






Bekennen kann sich der Mensch zu allem Möglichen und ist es darum noch lange nicht,

weder in der Tat noch im Wesen, noch im Denken. Sein kann der Mensch nur, was er ist.

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller






In religiösen Dingen ist das Wort Glaube gleichbedeutend mit Überzeugung.

Moritz von Egidy

(1847 - 1898), deutscher Offizier und Schriftsteller







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