Eckstein Ernst


Geboren: 6. Februar 1845, Gießen, Hessen

Gestorben: 18. November 1900, Dresden, Sachsen

Bücher: Der Besuch im Karzer, Nero: ein Roman, mehr...



Eckstein Ernst gehörte zu den „meistgelesenen Schriftstellern der Gründerzeit“. Außerordentlich populär wurde seine Schulhumoreske Der Besuch im Carcer fortsetzungsweise vorabgedruckt im November 1872 in den Münchener Fliegenden Blättern, von der zwischen 1875 und 1902 57 Auflagen erschienen auch in Reclams Universal-Bibliothek, zuletzt 1952. Sie gilt als Vorbild für Heinrich Spoerls Feuerzangenbowle.






Ob du hoch im Abendrothe Auf dem Grat der Firnen schweifst, Ob du tief im Dampf der Schlote

Nach dem Grau der Erde greifst Ob du Himmelsglück entfaltest Oder bang im Leide wühlst:

Fühle Freund, was du gestaltest Und gestalte, was du fühlst!

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Länder und Geschlechter verjüngen sich aber der Frühling des menschlichen Glückes blüht nur einmal….

Der Rest ist Asche!

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Ist dir nie im lauten Gewühl des Tages ein Klang, ein Wort oder

irgend ein anderer oft nur flüchtiger Eindruck vor die Seele getreten,

den du trotz der Mannigfaltigkeit der dich umgebenden Verhältnisse,

trotz des drängenden Ernstes deiner Geschäfte, trotz deines Glücks

oder deines Kummers nicht wieder vergessen konntest? Nicht das Große,

sondern das Kleine beherrscht unsere Stimmungen, und solche unscheinbare

Momente lassen uns oft auf Tage lang nicht aus ihren Banden.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Die Liebe bedarf der Zeit, wie die Flamme der Nahrung.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Wo noch Liebe ist, da kann alles wieder gut werden.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Das Märchen vom Glück

Sie sind allein, denn die Mutter kehrt Zu Nacht erst vom Felde zurück…

Durchs Fenster rauschet die Linde, Und die Alte erzählet dem KindeDas sonnige Märchen vom Glück.

Sie erzählt vom verwunschenen Königssohn Und der boshaft grollenden Fee,

Vom Schloß am Felsenstrande Vom wilden Wogengebrande Und der Fischerhütte am See.

Und der Prinz vertrauerte Jahr um JahrAls Schlange im dumpfigen Grund…

Er wand sich in glühenden Ketten, Ein Kuß nur konnte ihn retten,Ein Kuß von rosigem Mund.

Des Fischers liebliches Töchterlein Trug hohen, herrlichen Sinn;Sie sprengte die Ketten von Golde,

Er aber machte die Holde Zu seiner Königin! Großmutter schweigt, und das Spinnrad schnurrt,

Und das Mägdlein sitzt wie gebannt, Und es faltet die Hände im Schoße Und heftet das Auge,

das große,Starr träumend an die Wand. Großmutter, wie schön, o wie einzig schön!

Großmutter, o wäre das wahr! Großmutter, mir würde nicht bange,

Wie gerne umarmt ich die Schlange Trotz Schauer und Todesgefahr!

Warum nur hat man das alles erdacht, Wenn's nie sich auf Erden begab… ?

Mir wird in der Seele so wehe, Wie in des Kirchhofs Nähe, Wie vor des Vaters Grab!

Sei stark, du zitterndes Kinderherz, Und dränge die Thränen zurück! Uns alle hat es belogen,

Uns alle hat es betrogen,Das sonnige Märchen vom Glück!

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Des Genius Bruder ist der Fleiß.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Das Beste, was der Künstler gibt, ist Abglanz dessen, was er liebt.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Tief empfind' ich, was dem Leben erst den wahren Reiz verleiht:

Was die Menschenseele adelt, Ordnung ist's und Reinlichkeit.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Jeder Anfang hat für mich etwas Peinliches.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Hoffe wenig und wirke viel das ist der kürzeste Weg zum Ziel.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Selbst in einer Leistung, die zu verwerfen ist, kann die Größe des schaffenden Genius greifbar zu Tage treten.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen






Das Leben ist fragmentarisch im Gegensatz zur Dichtung,

die das Material dieser Fragmente benutzt, um ein Ganzes zu schaffen.

Ernst Eckstein

(1845 - 1900), deutscher Schriftsteller, Verlagsinhaber und zeitweilig Redakteur namhafter Zeitungen







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