Dahlmann Friedrich Christoph


Geboren: 13. Mai 1785, Wismar

Gestorben: 5. Dezember 1860, Bonn

Bücher: Die Politik, Geschichte von Dänemark mehr...



Dahlmann Friedrich Christoph erhielt seine erste wissenschaftliche Ausbildung an der Großen Stadtschule Wismar. 1802 bezog er die Universität Kopenhagen, wo ein Bruder seiner Mutter sich seiner annahm. Vorwiegende Neigung führte ihn dem Studium der klassischen Philologie zu. Da Dahlmann die Lehrer in Kopenhagen wenig geeignet befand, ihn zu fördern, entschloss er sich 1804, nach Halle zu gehen, wo Friedrich August Wolf eine große Anziehungskraft auf ihn ausübte. Seine Studien wurden durch eigene Krankheit und den Tod seines Vaters, der nur dürftige Mittel hinterließ, unterbrochen, und er kam noch einmal nach Kopenhagen, aber nur um Privatstudien zu treiben, und hielt sich dann mehrere Jahre in Wismar auf. Anfang 1809 reiste er nach Dresden, da Adam Müller ihn eingeladen hatte, für die von ihm und Heinrich von Kleist herausgegebene Zeitschrift Phöbus zu schreiben. Als Dahlmann eintraf, war Phöbus gerade eingestellt worden. Doch entwickelte sich während seines Dresdener Aufenthaltes eine innige Freundschaft mit Kleist. Kleist schlug Dahlmann vor, nach Österreich zu wandern. Am 22. Mai 1805 erreichten sie Groß-Enzersdorf. Dort beobachteten sie das Schlachtgeschehen am zweiten Tag der Schlacht bei Aspern und besuchten drei Tage darauf das Schlachtfeld.






Man muß mit sich selber in Frieden sein, um es mit anderen sein zu können,

man muß nicht damit anfangen, daß man kein Blut, sondern daß man kein Unrecht sehen kann.

Oft hat eine Feder blutlos mehr gemordet, als eine Schlacht.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Wir Menschen bedürfen zu unserem Wachstum nicht bloß

der Freiheit für die Wahrheit, sondern auch der zum Irren.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Die Erziehung umfaßt den ganzen, auch den körperlichen Menschen.

Es ist gefährlich, die Seele zu üben und nicht zugleich den Leib.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Die Geschichte ist etwas Höheres, als eine Beispielsammlung zum beliebigen Gebrauche Für und Wider.

Ein Geschichtswerk kann und muß nichts unmittelbar erreichen wollen, glücklich, wenn es aufklärt,

beschämte, unterdrückte edlere Erinnerungen zur Auferstehung bringt.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Die Erfahrung aller Zeiten lehrt, daß eine Volksherrschaft nur

in einem sehr kleinen und ungebildeten Staate statt hat.

Die Heimat der reinen Demokratie ist nur da, wo in beschränktem Raume

unter den einfachsten Lebensgewohnheiten hergebrachte Sitte so viel gilt, als bei anderen das Gesetz.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Die Ehe ist so heilig, daß es kaum ein Volk gibt, bei dem sich nicht

um ihretwillen die bürgerliche Gemeinde zugleich zur kirchlichen gestaltete,

die den höheren Segen für sie herbeiruft.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Es lehrt die Erfahrung, daß viele Menschen gemeiniglich gewisse Mittelwege einschlagen,

damit nicht durch ihre Hartnäckigeit das Heil des Ganzen aufs Spiel gesetzt werde.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Jede Staatsform ist am Ende den Staatssitten untertan.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Die einfachste Lehre von allem, daß man die Parteien nicht nach ihren gepriesenen Zwecken,

sondern nach ihren Mitteln zu würdigen habe, bleibt ohne Anhänger.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann






Jede Revolution ist nicht bloß das Zeugnis eines ungeheuren Mißgeschicks,

welches den Staat betroffen hat, und einer keineswegs bloß einseitigen Verschuldung,

sondern selbst ein Mißgeschick, selbst schuldbelastet.

Friedrich Christoph Dahlmann

(1785 - 1860), deutscher Historiker und Staatsmann







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