Dach Simon


Geboren: 29. Juli 1605, Klaipėda, Litauen

Gestorben: 15. April 1659, Königsberg

Bücher: Werke, Simon Dach



Simon Dach besuchte zunächst die Große Stadtschule in Memel, dann die Domschule in Königsberg und wechselte dann auf die Lateinschule nach Wittenberg. Während seines Aufenthalts auf dem Gymnasium in Magdeburg brach die Pest aus, und er floh über Danzig zurück nach Königsberg. Mit 21 Jahren, weit weg vom damaligen Kriegsgeschehen des Dreißigjährigen Krieges aber inmitten des Polnisch-Schwedischen Krieges 1600 bis 1629, immatrikulierte sich Dach 1626 an der Universität Königsberg für die Fächer Philosophie und Theologie. Nach seinem Studium wurde er 1633 zunächst Lehrer an der Domschule, drei Jahre später Konrektor. Simon Dachs phänomenale, geradezu industrielle Produktion an Poesie zu allen Anlässen und die Gunst des Landesobristen boten ihm ein lukratives Nebeneinkommen. Mit erstaunlicher Fertigkeit produzierte er laufend auf Bestellung Kasualdichtungen, die stets gedruckt wurden, nicht selten drei oder vier pro Woche. Dünnhaupt verzeichnet mehr als 1200 Einzeldrucke dieser Gedichte zwischen 1638 und 1658, die von den Zeitgenossen gesammelt wurden. Ein Buch hat Dach nie veröffentlicht.






Der wahren Gottes Kinder Pflicht Ist, alle Straff in Demuth leyden.

 Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit 

Quelle: Beim Tode der Frawen Helenen von Pröhken Herrn von Brandten Gemahlin, 1647






Der kann sein Leid vergessen, der es von Herzen sagt.

 Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit 

Quelle: Perstet amicitiae semper venerabile faedus, 1652






Was kann die Freude machen, Die Einsamkeit verhehlt?

Das gibt ein doppelt Lachen, Was Freunden wird erzählt. 

Der kann sein Leid vergessen, Der es von Herzen sagt,

Den wird der Gram zerfressen, Der insgeheim sich nagt.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Die Red' ist uns gegeben, Damit wir nicht allein Vor uns nur sollen leben Und fern von Leuten sein.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Der Mensch hat nichts so eigen, So wohl steht nichts ihm an,

Als daß er Treu erzeigen Und Freundschaft halten kann,

Wann er mit seinesgleichen Soll treten in ein Band.

Verspricht, sich nicht zu weichen Mit Herzen, Mund und Hand.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Geduld, Vernunft und Zeit macht möglich die Unmöglichkeit.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Ein andrer halt' auf Geld und Gut, ich liebe Kunst und freien Mut.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Wer hat sich vorgenommen, der Heirat zu entkommen,

der siehet würdig nicht der Sonne güldnes Licht.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Die Lust hat mich bezwungen, zu fahren in den Wald,

wo durch der Vögel Zungen die ganze Luft erschallt.

Ihr strebet nicht nach Schätzen durch Abgunst Müh und Neid.

Der Wald ist eu’r Ergötzen die Federn euer Kleid.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Annchen von Tharau 

Annchen von Tharau ist, die mir gefällt, Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.

Annchen von Tharau hat wieder ihr Herz Auf mich gerichtet in Lieb' und in Schmerz.

Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut! 

Käm' alles Wetter gleich auf uns zu schlahn, Wir sind gesinnet bei einander zu stahn.

Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein Soll unsrer Liebe Verknotigung seyn.

Annchen von Tharau, mein Licht, meine Sonn, Mein Leben schließ' ich um deines herum. 

Recht als ein Palmenbaum über sich steigt, Je mehr ihn Hagel und Regen anficht,

So wird die Lieb' in uns mächtig und groß Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Noth.

Annchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut, Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut! 

Würdest du gleich einmal von mir getrennt, Lebtest, da wo man die Sonne kaum kennt,

Ich will dir folgen durch Wälder, durch Meer, Durch Eis, durch Eisen, durch feindliches Heer.

Was ich gebiete, wird von dir gethan, Was ich verbiete, das läßt du mir stahn. 

Was hat die Liebe doch für ein Bestand, Wo nicht Ein Herz ist, Ein Mund, Eine Hand?

Wo man sich peiniget, zanket und schlägt, Und gleich den Hunden und katzen beträgt?

Annchen von Tharau, das woll'n wir nicht thun; Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn. 

Was ich begehre, ist lieb dir und gut, Ich laß den Rock dir, du läßt mir den Hut!

Dies ist uns Annchen die süsseste Ruh, Ein Leib und Seele wird aus Ich und Du.

Dies macht das Leben zum himmlischen Reich, Durch Zanken wird es der Hölle gleich.

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit






Wer hilft mir sonst in dieser Noth, Wo Du nicht, Gott, du Todes Todt?

Simon Dach

(1605 - 1659), deutscher Dichter der Barockzeit







Seite 1 von 1