Cauer Minna


Geboren: 1. November 1841, Freyenstein

Gestorben: 3. August 1922, Berlin

Vollständiger Name: Wilhelmine Theodore Marie Cauer



Minna Cauer war vehemente Streiterin für das Frauenstimmrecht, die Unterstützung lediger Mütter und für die freie Berufswahl der Frauen. Ab 1892 gehörte sie außerdem zur Deutschen Friedensgesellschaft, die von Bertha von Suttner gegründet worden war. Im Jahr 1908 schloss sie sich der neu gegründeten Demokratischen Vereinigung an, die als erste bürgerliche Partei in Deutschland das uneingeschränkte Wahlrecht für Frauen forderte. In den letzten Jahren ihres Lebens jedoch glaubte sie nicht mehr, dass die bürgerlichen Parteien den Mut hatten, Fortschritte im Gang zu bringen, und sie legte ihre Hoffnungen auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 1895 gründete sie die Zeitung Die Frauenbewegung, die sie bis 1919 herausgab.

Für Cauer wurde die Zeitschrift, die sie prinzipiell allen Richtungen und Aspekten der Frauenbewegung öffnete, zum Lebenswerk. Insbesondere wurde Die Frauenbewegung Sprachrohr der Radikalen, nicht nur, weil sie Organ einiger im Verband Fortschrittlicher Frauenvereine organisierter Vereine war, sondern vor allem wegen ihrer radikalen Mitarbeiterinnen, wie Cauer selbst oder auch Hedwig Dohm und Anna Pappritz, Anita Augspurg redigierte ab 1899 eine regelmäßige Beilage. Cauers journalistisches Verfahren in zahllosen Leitartikeln war es, ein im zeitgenössischen Diskurs als frauenrelevant betrachtetes Thema in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu stellen oder umgekehrt, politische oder kulturelle Themen als für Frauen besonders relevant zu aktualisieren, vorzugsweise war es die politische Bedeutung, die die linksliberale Cauer besonders herausarbeitete.

 





Meine Zeit, das ist mein Leben.

Wem ich eine Stunde meiner Zeit gebe,

dem schenke ich ein Stück von meinem Leben.

 Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin 

Quelle: Merian (Hg.), Leuchte. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter, Gerhard Merian, lt. Widmung im Exlibris






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Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Die kleinen Angelegenheiten, die in unserm Alltag uns umdrängen,

hindern uns daran, unsern gesamten Lebensinhalt zu

übersehen und zutreffende Größenurteile zu fällen.

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Jede unserer menschlichen Beziehungen engt uns irgendwie ein, je näher sie ist, um so fühlbarer.

Frei zu sein von Bindungen dieser Art, das würde bedeuten,

in völliger Armut und Einsamkeit des Herzens zu leben.

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Einmal kommt für uns alle die Stunde, in der es kein Ausweichen mehr gibt,

in der auch der nächste Freund an der Schwelle, die es zu überschreiten gilt,

zurückbleiben muß, in der jeder ganz allein auf sich gestellt ist.

Sterben ist von allen menschlichen Erfahrungen die einsamste.

Denn selbst wo viele zugleich den Tod erleiden, stirbt doch jeder mit sich allein.

Und wie könnten wir beruhigt auf diese dereinst mit Sicherheit uns bevorstehende Stunde zuschreiten,

wenn wir hier und jetzt es ständig meiden wollen, allein zu sein?

Stille Zeiten sind uns nötig, damit wir bei uns selber einkehren,

in uns selber daheim sein lernen.

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Für Eltern lautet die Frage nicht "Geht mein Kind seine Wege oder meine Wege?",

sondern "Geht es sie mit mir oder ohne mich?"

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Anders als gut kann es nicht kommen.

Wer tief hat durchmüssen und hinterdrein merken konnte, daß alles,

was zuerst Unglück war, zum Guten ausgeschlagen ist, der fürchtet nichts mehr.

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin






Haß schwächt, läßt er doch destruktiven Gefühlen freie Bahn,

die Verachtung dagegen behält die Kontrolle.

Minna Cauer

(1842 - 1922), deutsche Frauenrechtlerin







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