Beck Karl Isidor


Geboren: 1. Mai 1817, Baja, Ungarn

Gestorben: 10. April 1879, Wien, Österreich

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Beck Karl Isidor zog 1848 von Berlin nach Wien. In weiterer Folge wurde er Feuilletonredakteur des "Pester Lloyd". Obwohl seine literarischen Erfolge geringer wurden, erhielt er ab 1868 Zuwendungen aus der deutschen Schillerstiftung. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er wieder in Wien.  Möglicherweise waren Zitate aus zwei Gedichten Becks titelgebend für den Strauß-Walzer "An der schönen blauen Donau", und zwar der Refrain des Gedichtes "An der Donau": "An der schönen blauen Donau" und die dritte Strophe des Gedichtes "Die feindlichen Brüder": "An der schönen blauen Donau liegt mein Dörfchen still und fein".  2001 wurde in Wien-Donaustadt die Karl-Beck-Gasse nach dem Schriftsteller benannt.

 





Regen 

Versprach sie doch am schwanken Steg im Garten Im Dämmerschein mich Heute zu erwarten! Sie zitterte,

als ich es laut erbat, Ich zitterte, als sie es still bejaht. O hindre nicht, daß sie mir naht, Du finstrer Himmel,

regne nicht so sehr!  O wolltest Du gerührt von meinem Flehen Ihr in die ewig klaren Augen sehen!

So fordre sie zum Kampfe groß und klar: Laß mich nicht sagen, daß ihr Augenpaar Heut schöner als das Deine war,

Du finstrer Himmel, regne nun nicht mehr!  Seit sie mich liebet, liebt mich auch der Friede,

Ich bin nun zahm im Leben und im Liede, In bunten Farben schillert mir die Welt!

Nimm sie aus meiner Brust von Lust geschwellt Als Regenbogen in Dein Zelt, Du finstrer Himmel, regne nun nicht mehr! 

Ihr Bruder nennt mein Lieben ein Verbrechen, Sie darf mich heimlich nur am Brückchen sprechen, Sie läßt mich nicht,

sie liebt zum ersten Mal! Du aber hast nicht einen Sonnenstrahl,

Du gießest Tropfen ohne Zahl, O werde blau und weine nun nicht mehr!

 Karl Isidor Beck

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller 

Quelle: Beck, Gedichte von Karl Beck, Verlag der Vossischen Buchhandlung, Berlin 1846






Ach Lust und Leid! Was ist die Lust Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust?

Ein Pilger, der, verirrt und matt, Uns nachts um Kost und Lager fleht, Und morgens, frisch gestärkt und satt,

Ein Undankbarer von uns geht. Nicht so die großgesäugte Pein:

Die fromme Schwalbe flattert heute Nach Nahrung auf die Flur hinaus,

Und kehrt mit der errung'nen Beute Noch heute in ihr altes Haus:

So läßt, auf kurze Zeit, der Schmerz, Sein warmes Nest, das Menschenherz,

Und kehrt mit der erjagten Nahrung, Mit Haß und bitterer Erfahrung, Ins alte traute Kämmerlein.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller

Quelle: Beck, Nächte. Gepanzerte Lieder, 1838. Drei und funfzigste Nacht






Tief sind die Rätsel der weiten Welt, doch tiefer noch in einer Menschenbrust.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






Einem Armen 

Der Tag beginnt und wieder mußt du wandern Ins altgewohnte Joch nach deinem Brot,

Du hörst im Schmerzenssang der andern Das Echo nur der eignen Not. 

Ach, was du denkst ist Zahl und Maß und Wage, Ach, was du treibst ist Trug und Streit,

Die Plage teilt sich mit der Klage Erbarmungslos in deine Zeit.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






O denket nicht vom Lied gering 

O denket nicht vom Lied gering, Denn segnen will's und raten; Sein Silbenfall,

sein Bilderschwung Sind unterdrückte Thaten.  Von Göttern war der Himmel voll, Doch öde war ihr Busen,

Stumm war noch die Unsterblichkeit, Da schuf sich Zeus die Musen. 

Das Lied, es ist des Herzens Brot, Wir können es nicht missen,

Am Sarg und an der Wiege nicht, Es ist der Welt Gewissen!

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






Einem Armen 

Willst du nach Brot in fremde Täler ziehen? In deines Herzens Angst die Heimat fliehen?

Mit Weib und Kind fort auf der falschen See? Auswandern, ach, es ist das herbste Weh!

Wohl längst befrachtet steht der Leiterwagen, Wohl steht geschirrt der Klepper vor dem Haus,

Doch können sie dein Hüttlein weitertragen? Und gibt das Grab die Teuern dir heraus?

Erinnerung an deinen Jugendtraum Umgaukelt dich ein heller Sommerfaden,

Und hängt sich dir an deinen liebsten Baum, Und dort an deinen besten Kameraden.

Wenn gar zuletzt dein quellend Auge schaut Das Nest im Turm, vom Klapperstorch gebaut,

Der scheiden muß im Herbst, ja scheiden, Doch stets mit überstürtztem Flügelschlag Gezogen

kommt am ersten milden Tag, In treuer Brust des Heimwehs holde Leiden: Dann geht wie Kirchensang

und Orgelton Durch dein Gebein ein tiefes Selbsterbarmen, Und wieder hält den halbverlornen Sohn,

Und doppelt fest, die Heimat in den Armen.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






Verbleibst ihm dennoch hold gewogen 

Verbleibst ihm dennoch hold gewogen, mein Herz, das in der Jugend bricht! Er hat ja nimmer dich belogen,

Du hast ja gern dich selbst betrogen, Was du gejubelt, weiß er nicht.  Dein wonnig Lied, dein scheues Beben,

Du hast es ihm ja nie geklagt; Hast keiner Seele preisgegeben Dein wundervolles Liebeleben,

Dir's selbst in Räthseln nur gesagt.  Kein Gott hat ihn mit dir verbündet,

Doch deine Sendung ist bestellt; Nie hat die Ahnung ihm verkündet, Wo deines Lebens Quelle mündet.

Du bleibst ihm fremd in dieser Welt!

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






Ein Mutterherz ist größer als die Welt.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller






Ihr kauft die Kräuter, kauft die Gräser Für euern kranken Bologneser,

Und pflegt den Liebling mild; Ihr gebt Schabracken euern Rossen,

Deckt weit und breit mit seinen Schlossen Der Winter das Gefild!

Euch rührt das Würmlein auf der Erde, Doch nicht mit flehender Gebärde Ein trostlos Menschenbild.

 Karl Isidor Beck 

(1817 - 1879), österreichischer Dichter, Journalist und Schriftsteller







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